Zvartnots
Զվարթնոց
Kreisförmige Ruinen einer armenischen Kathedrale aus dem 7. Jahrhundert, UNESCO-Welterbe, mit dem Berg Ararat im Hintergrund und nur wenige Kilometer vom Flughafen Jerewan entfernt.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Zvartnots liegt in offener Landschaft zwischen dem internationalen Flughafen Jerewans und Vagharshapat. Die Zufahrtsstraße führt durch eine halbindustrielle Zone ohne Reiz, aber wenn man sich zur Ausgrabungsstätte wendet, ändert sich das Panorama: eine Rasenfläche, kreisförmige Ruinen aus dunklem Basalt und an klaren Tagen die Silhouette des Ararat wenige Kilometer südlich. Es ist eine jener Kombinationen aus Ort und Landschaft, die man nicht vergisst, auch wenn die Stätte seit über tausend Jahren in Ruinen liegt.

Was übrig geblieben ist, sind die kreisförmigen Fundamente, einige teilweise rekonstruierte Säulen und Kapitelle, die mit Adlerfiguren verziert sind —die sogenannten Zvartnots-Adler— die heute im Stättenmuseum aufbewahrt werden. Die ursprüngliche Struktur war eine dreistöckige Rotunde, die eine Höhe von etwa fünfundvierzig Metern erreichte, etwas Ungewöhnliches in der armenischen Architektur jener Zeit.

Der Besuch dauert inklusive Museum nicht länger als anderthalb Stunden; das Museum ist klein, aber gut organisiert. Der kombinierte Eintrittspreis beträgt etwa 1.500 Dram. Es gibt keinen Schatten an der Stätte, sodass ein Besuch zur Mittagszeit im Juli und August anstrengend ist.
Geschichte
Zvartnots wurde zwischen 641 und 661 auf Geheiß des armenischen Katholikos Nerses III., bekannt als «der Erbauer», errichtet. Das Gebäude war als Symbol der Macht der armenischen Kirche und als Empfangssaal für den byzantinischen Kaiser Konstans II. gedacht, der in jenen Jahren Armenien besuchte. Die Kathedrale war zwei bis drei Jahrhunderte in Betrieb, bevor sie, wahrscheinlich durch ein Erdbeben im 10. Jahrhundert, zerstört wurde. Ihre Überreste blieben begraben, bis Archäologe Khachik Dadyan von 1901 bis 1907 Ausgrabungen durchführte. Im Jahr 2000 wurde sie zusammen mit dem Echmiadzin-Komplex in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Was zu sehen & erleben

- Kreisförmige Fundamente Der Umfang des ursprünglichen Grundrisses ist fast vollständig erhalten und lässt das Ausmaß des Gebäudes erahnen. Ein Rundgang gibt ein klares Maß dafür, was einst hier stand.
- Adlerkapitelle Die mit Doppelkopfadlerfiguren verzierten Kapitelle sind das markanteste Merkmal der Stätte und erscheinen in ihrer gesamten Ikonografie.
- Rekonstruierte Säulen Einige Säulenschäfte wurden an ihren ursprünglichen Positionen aufgestellt und helfen dabei, die vertikale Struktur des Gebäudes zu visualisieren.
- Stättenmuseum Ein Raum mit Originalstücken: Kapitellen, Friesen, Inschriften auf Altarmenisch und einem Modell der Kathedrale, so wie sie gewesen sein soll. Klein, aber nützlich zur Kontextualisierung des Besuchs.
- Ausblicke auf den Ararat Vom südlichen Ende der Stätte ist der Blick auf den Ararat an klaren Tagen direkt, am häufigsten im Herbst und Frühling.
Anreise
Zvartnots liegt etwa 12 km westlich von Jerewan, neben der Straße zum internationalen Flughafen. Vom Stadtzentrum aus ist der bequemste Weg ein Taxi (etwa 1.500–2.000 Dram) oder Bus Nummer 45 vom Platz der Republik bis zur Haltestelle Vagharshapat, und von dort ein lokales Taxi. Es wird üblicherweise zusammen mit der Echmiadzin-Kathedrale, 5 km westlich, bei einem gemeinsamen Ausflug von Jerewan aus besucht.
Beste Reisezeit
Der Besuch ist das ganze Jahr über möglich. April und Mai kombinieren angenehme Temperaturen mit einem noch gut sichtbaren Ararat, bevor der sommerliche Dunst einsetzt. September und Oktober sind die besten Monate, um die Ruinen mit dem Ararat im Hintergrund zu fotografieren: Der Himmel ist klarer und das Nachmittagslicht fällt in einem guten Winkel. Im Juli und August ist die Sonnenexposition ohne Schatten sehr intensiv; ein frühmorgendlicher Besuch ist empfehlenswert.
Foto: Vahe Martirosyan · CC BY-SA 2.0