Nationalpark Mtirala
მტირალას ეროვნული პარკი
Subtropischer Wald in <strong>Adscharien</strong> mit Wasserfällen und moosbedeckten Wanderwegen: Georgiens regenreichste Ecke, 15 km von <strong>Batumi</strong>.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Der Name Mtirala bedeutet auf Georgisch «der Weinende», und das ist keine Übertreibung: Diese Ecke von Adscharien verzeichnet zwischen 2.500 und 4.500 Millimeter Regen pro Jahr, was den Wald in etwas verwandelt, das einem gemäßigten Regenwald ähnelt. Beim Eintreten durch das Dorf Chakvistavi ändert sich die Luft sofort: Es riecht nach feuchter Erde und vermodernden Blättern, und das Licht kommt gefiltert durch übereinanderliegende Laubschichten, die es fast unmöglich machen, den Himmel zu sehen.
Die Wege im Park sind gut markiert und es gibt zwei Hauptrouten: eine kurze von etwa zwei Stunden bis zum Hauptwasserfall und eine längere, die zum Kamm führt und an klaren Tagen Aussicht aufs Schwarze Meer bietet. Der Boden ist immer feucht und weich; rutschfeste Wanderschuhe sind unerlässlich, da die Holzbohlen auf einigen Wegabschnitten mit Algen bedeckt sein können. Im Sommer gibt es Mücken, besonders in der Nähe des Flusses Chakvistskali.
In Chakvistavi gibt es Unterkunft in Landhäusern und im Park selbst einige einfache Hütten, die von der Verwaltung betrieben werden. Im Park gibt es keine Restaurants, daher empfiehlt es sich, Proviant mitzunehmen. Der Zugang erfolgt von Chakvi aus, an der Küstenstraße zwischen Batumi und Kobuleti. Der Parkeintritt ist kostenlos; Ranger sind in der Regel am Posten Chakvistavi.
Geschichte
Der Nationalpark Mtirala wurde 2006 zum Nationalpark erklärt, obwohl das Gebiet seit der Sowjetzeit aufgrund seines botanischen Interesses unter einem gewissen Schutz stand. Der kolchische Wald, der seine Hänge bedeckt, ist einer der repräsentativsten des feuchten Kaukasus: eine Mischung aus Eichen, Buchen, Rosskastanien und Rhododendren, die in manchen Abschnitten ein Unterholz bilden, das so dicht ist, dass man kaum abseits der Wege vorankommt. Die Fauna umfasst Braunbären, obwohl Sichtungen selten sind und die Parkwächter empfehlen, beim Gehen Geräusche zu machen, um Begegnungen zu vermeiden. Der Name des Parks beschwört das ständige Weinen des Regens herauf, der dieses einzigartige Ökosystem im westlichen Kaukasus prägt.
Was zu sehen & erleben
- Hauptwasserfall Etwa 5 km vom Eingang; der Weg dorthin ist der am meisten begangene und gut ausgeschildert. Der Wasserfall ist rund 20 Meter hoch und man hört ihn, bevor man ihn sieht.
- Kolchischer Wald Die Textur des Waldes selbst ist die Hauptattraktion: moosbedeckte Bäume, Farne auf dem Boden, gefiltertes Licht und relative Stille. Einige Stämme erreichen in Europa ungewöhnliche Ausmaße.
- Kammroute Ein anspruchsvollerer Weg, der auf etwa 1.200 Meter steigt und an klaren Tagen Blick aufs Schwarze Meer bietet. Geeignetes Schuhwerk und etwa fünf Stunden für Hin- und Rückweg erforderlich.
- Dorf Chakvistavi Der Einstiegspunkt in den Park; kleine Holzhäuser mit Gemüsegärten und Hühnern. Hier können lokale Führer gebucht werden und es gibt Unterkunft in Landhäusern.
- Fluss Chakvistskali Der durch den Park fließende Fluss; seine moosbedeckten Ufer mit Tümpeln sind gute Rastplätze zwischen den Aufstiegen.
Anreise
Der Park liegt etwa 15 km nordöstlich von Batumi. Von Batumi fährt man mit der Marschrutka nach Chakvi (vom Busbahnhof, ca. 20 Minuten) und von dort mit dem Taxi nach Chakvistavi, weitere 8 km auf einem Forstweg. In der Hochsaison warten möglicherweise Taxis in Chakvi; außerhalb der Saison empfiehlt es sich, vorher anzurufen. Von Batumi kann man auch direkt ein Taxi für ca. 30–40 Lari (~10–14 €) nehmen.
Beste Reisezeit
Der Park ist ganzjährig geöffnet, aber die beste Zeit ist Mai–Juni — intensives Grün, Wasserfälle in voller Stärke — und September–Oktober — weniger Regen, Herbstfarben. Juli und August haben mehr Besucher und feuchte Hitze. Der Winter ist regnerisch und kalt; die Wege werden durch Schlamm schwierig. Regen kann jederzeit ohne Vorwarnung auftreten: ein Regenmantel ist auch bei Sonnenschein unbedingt mitzunehmen.