Naturschutzgebiet Sataplia
სათაფლიის ნაკრძალი
Naturschutzgebiet 9 km von Kutaisi mit fossilen Dinosaurierspuren, einer Kalksteinhöhle und einer Glasplattform über subtropischem Wald.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Das Naturschutzgebiet Sataplia lässt sich in zwei Stunden besichtigen, und diese zwei Stunden vereinen drei Dinge, die selten zusammentreffen: Dinosaurierfußabdrücke im Originalgestein, eine Höhle mit Stalaktiten und eine Glasplattform über einer Schlucht. Das Schutzgebiet liegt auf einem bewaldeten Hügel etwa 9 km nordwestlich von Kutaisi, und der Kontrast zur Stadt macht sich sofort bemerkbar, wenn man den Wald betritt: die Luft ist kühler, es riecht nach feuchter Erde und Farnen, und der Verkehrslärm verstummt fast schlagartig.
Die Dinosaurierspuren sind das einzigartigste Element. Es handelt sich um fossile Fußabdrücke von Pflanzenfressern der Kreidezeit —vor etwa 100 Millionen Jahren—, die direkt in die Kalksteinplattform eingedrückt und von einer transparenten Schutzstruktur bedeckt sind. Es sind keine Repliken oder Rekonstruktionen: die Form der Zehen und die Vertiefung jeder Spur sind genau so erhalten, wie sie hinterlassen wurden. Die Erläuterungstafel ist schlicht, aber die unmittelbare Präsenz dieser Spuren hat ein Gewicht, das kein Museum reproduzieren kann.
Die Höhle von Sataplia ist klein —der Innenrundgang dauert etwa 15 Minuten—, hat aber ihre eigenen Stalaktitenformationen und einen flachen unterirdischen See. Das Innere ist selbst im August kühl und feucht. Die Glasplattform, die in den letzten Jahren eingerichtet wurde, ragt über die Schlucht hinaus mit Blick auf den dunklen Wald und das Tal von Kutaisi dahinter; an klaren Tagen ist die Stadt von oben zu erkennen. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 15 GEL (ca. 5 EUR) für Erwachsene.
Geschichte
Das Naturschutzgebiet Sataplia verdankt seine wissenschaftliche Entdeckung dem Naturforscher Petre Chabukiani, der in den 1930er Jahren die Dinosaurierspuren in den Kalksteinfelsen des Hügels entdeckte. Das Schutzgebiet wurde 1935 offiziell eingerichtet und ist eines der ältesten Georgiens. Der Name Sataplia bedeutet auf Georgisch adgili taplisat, „Ort des Honigs", nach den Wildbienen, die in den Waldbäumen lebten. In der Sowjetzeit wurde die Höhle von Sataplia für Besucher erschlossen und die ersten Wege angelegt. Die Glasplattform und die aktuellen Ausstellungseinrichtungen kamen nach der Unabhängigkeit hinzu, im Rahmen der Tourismuserneuerung in der Region Imereti.
Was zu sehen & erleben
- Dinosaurierspuren Fossile Fußabdrücke von Sauropoden der Kreidezeit im Originalkalkstein, unter einer transparenten Abdeckung geschützt. Die Form der Zehen und der Umriss jeder Spur sind deutlich erkennbar.
- Höhle von Sataplia Kleine Kalksteinhöhle mit Stalaktiten und einem flachen unterirdischen See. Der Rundgang dauert etwa 15–20 Minuten; das Innere bleibt das ganze Jahr über kühl und feucht.
- Glasplattform Transparente Plattform über der Schlucht mit Blick auf den Reliktwald und das Tal von Kutaisi. An klaren Tagen ist die Stadt von oben zu sehen.
- Kolchischer Reliktwald Der Wald des Schutzgebiets Sataplia ist ein Überrest des alten subtropischen Waldes der Kolchis mit Baumarten aus dem Tertiär: kaukasischen Lorbeeren, Buchsbaum und Riesenefeu.
- Panoramarundweg Ein Rundweg von etwa 2 km, der die Dinosaurierspuren, die Höhle und die Plattform durch den Wald verbindet. Der Boden kann nach Regen rutschig sein; griffiges Schuhwerk ist nützlich.
Fotogalerie
Anreise
Sataplia liegt etwa 9 km nordwestlich des Zentrums von Kutaisi. Mit dem Taxi von Kutaisi dauert die Fahrt etwa 15 Minuten; es empfiehlt sich, den Preis für Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit vorab auszuhandeln. Es gibt Marschrutkas vom Zentrum Kutaisis mit variabler Häufigkeit; am Zentralmarkt nach der Route nach Sataplia fragen. Mit dem eigenen Auto ist die Beschilderung von Kutaisi aus eindeutig. Der Internationale Flughafen Kutaisi liegt etwa 20 km von der Reservat entfernt.
Beste Reisezeit
Das Schutzgebiet Sataplia ist das ganze Jahr geöffnet. Von Mai bis Oktober ist der Wald grün und die Temperaturen angenehm: zwischen 20 und 28 °C im Sommer, kühler im Frühling und Herbst. Der Wald riecht nach dem Regen besonders gut. Im Juli und August ist etwas mehr Betrieb, aber nie vergleichbar mit der Prometheus-Höhle. Im Winter bleibt das Schutzgebiet geöffnet; die Wege können matschig sein, wasserdichtes Schuhwerk wird empfohlen.