Candy Cane Mountains
Xızı rəngli dağları
Rot-weiß gestreifte Sandsteinhügel im Distrikt Khizi, Aserbaidschan: eine sedimentäre Landschaft ohne Infrastruktur und mit viel Licht.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Die Candy Cane Mountains haben kein Willkommensschild, keinen ausgewiesenen Parkplatz und keine Ticketkasse. Was sie haben, sind Sandsteinhügel mit horizontalen Streifen in Rot, Orange, Weiß und Terrakotta, die im niedrigen Morgenlicht oder kurz vor Sonnenuntergang eine Farbintensität annehmen, die schwer zu beschreiben ist, ohne sie gesehen zu haben. Der englische Name — Zuckerstangen — wurde vor weniger als einem Jahrzehnt von Reisenden in sozialen Netzwerken geprägt und ist geblieben; auf Aserbaidschanisch ist der Ort als Xızı rəngli dağları bekannt, die bunten Hügel von Khizi.
Die Fahrt von Baku dauert etwa 90 Minuten: Autobahn M1 nach Norden, dann Nebenstraße bis zum Gebiet Khizi. Das Gelände ist trocken, mit niedrigen Büschen und rotem Staub an den Wegrändern. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr in die Nähe, man muss also mit dem eigenen Fahrzeug oder einem gemieteten Taxi fahren. Einmal dort, ist das Gelände offen ohne Einzäunung, und man kann frei zwischen den Hügeln wandern. Der Geruch ist der von heißer trockener Erde; an windstillen Tagen ist die Stille fast vollständig.
Der Besuch lohnt sich, aber man sollte die Erwartungen im Rahmen halten: Bei flachem Licht oder Nebel verlieren die Khizi-Hügel einen großen Teil ihrer Attraktivität. Im Sommer ist die schattenlose Hitze erheblich, daher empfiehlt es sich, Baku vor sieben Uhr morgens zu verlassen. Es ist ein Halbtages-Ziel, das sich gut mit dem Dorf Khizi oder dem Nohur-See, beide in kurzer Entfernung, kombinieren lässt.
Geschichte
Die Formationen der Candy Cane Mountains sind das Ergebnis von Millionen von Jahren sedimentärer Ablagerung und Winderosion in der Region Khizi. Die verschiedenen Farbschichten entsprechen unterschiedlichen Mineralien im Sandstein: Eisenoxide für die Rot- und Orangetöne, Kaolinit für die Weiß- und Cremetöne. Das Gebiet war historisch ein Durchgangskorridoor zwischen Baku und dem Norden Aserbaidschans, mit geringer industrieller Entwicklung, was es der Landschaft ermöglichte, die Gegenwart ohne wesentliche Veränderungen zu erreichen. Der aktuelle touristische englische Ortsname wurde um 2015–2018 dank Instagram-Fotografien populär.
Was zu sehen & erleben
- Haupthügel von Khizi Der Kern des Gebiets konzentriert die intensivsten Farbstreifen. Auf den Kamm des ersten Hügels vom Zugang aus zu steigen, ermöglicht die Orientierung und die Entscheidung, in welche Richtung man gehen möchte; von oben sieht man den Kontrast zwischen dem Rot des Gesteins und dem Blau des Himmels bei gutem Wetter.
- Goldene Stunde über den Hügeln Kein physischer Ort, sondern ein Moment: das Licht bei Sonnenaufgang oder die letzten vierzig Minuten vor Sonnenuntergang vervielfacht die Sättigung der Rot- und Orangetöne. Die Ankunft in diesem Zeitfenster zu planen, verändert das fotografische Ergebnis und das visuelle Erlebnis vollständig.
- Tal zwischen den Formationen Der Boden der Täler zwischen den Hügeln ist mit feinem rötlichem Sand bedeckt. Durch das Innere zu gehen gibt eine andere Perspektive als von den Kämmen: die Sandsteinwände auf beiden Seiten erzeugen einen Korridoreffekt und die Stille verstärkt sich.
- Dorf Khizi Wenige Kilometer vom Gebiet entfernt hat das Dorf Khizi einige kleine Läden, wo man Wasser und einfaches Essen vor oder nach der Wanderung kaufen kann. Es ist auch ein guter GPS-Referenzpunkt.
- Nohur-See Etwas mehr als zwanzig Kilometer entfernt bietet der Nohur-See Wasser und Schatten nach dem Besuch der Hügel; viele Reisende kombinieren beide Punkte an einem Tag mit frühem Aufbruch von Baku.
Fotogalerie
Anreise
Die Candy Cane Mountains befinden sich im Distrikt Khizi, etwa 130 km nordwestlich von Baku. Es gibt keinen direkten öffentlichen Nahverkehr. Die übliche Option ist, ein Auto in Baku zu mieten oder ein Taxi für den Tag zu nehmen (ca. 40–60 Manat Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit). Man nimmt die Autobahn M1 Richtung Norden bis zur Abzweigung nach Khizi; von dort kann die Nebenstraße je nach Jahreszeit in schlechtem Zustand sein. Google Maps findet das Gebiet gut.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit ist der Frühling (März–Mai): die Winterregen sättigen die Farben des Gesteins und die Temperatur erlaubt bequemes Wandern. Der Herbst (September–Oktober) funktioniert ebenfalls gut. Im Sommer ist die schattenlose Hitze intensiv; bei einem Besuch zu dieser Zeit empfiehlt es sich, vor acht Uhr morgens anzukommen. Im Winter ist es kalt und windig, obwohl die Farben des Sandsteins bei fehlendem Nebel sichtbar bleiben.