Wochenendmarkt im Zentrum von Jerewan mit sowjetischen Antiquitäten, armenischem Granatschmuck, Khachkars und kaukasischen Teppichen.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Das Vernissage erstreckt sich über mehrere Häuserblocks neben dem Republikanischen Park im Herzen von Jerewan und füllt sich jeden Samstag und Sonntag mit Klapptischen, auf dem Boden ausgebreiteten Decken und Ständen, an denen sowjetische Münzen, Fußballbilder aus den 70er-Jahren, auf dunkles Holz gemalte Ikonen, an Wände gelehnte aufgerollte Teppiche und Ketten aus rotem Granat — dem charakteristischsten Halbedelstein Armeniens — nebeneinander existieren. Die Atmosphäre ist ruhiger als auf anderen Märkten der Region: Es gibt keine aufdringlichen Verkäufer und kein aggressives Feilschen. Die meisten Stände haben handgeschriebene Preise, obwohl es beim Kauf mehrerer Stücke immer Spielraum gibt.

Kunsthandwerk- und Antiquitätenstände auf dem Vernissage-Markt in Jerewan
Stände des Vernissage an einem Sonntagmorgen neben dem Republikanischen Park.

Die Zone für zeitgenössisches Handwerk — Steinschnitzer, Töpfer, Stickerinnen — konzentriert sich in der Nähe der Oper, während Antiquitäten und Sowjetobjekte weiter südlich, nahe der Abovian-Straße, zu finden sind. Der Geruch von Bratfett aus den Essensständen am hinteren Ende signalisiert, dass man sich dem lebendigsten Teil des Geländes nähert. Die Verkäufer sind meist Rentner und lokale Handwerker, obwohl es auch Händler mit Ware unklarerer Herkunft gibt.

Geschichte

Das Vernissage entstand spontan während der Perestrojka und dem sowjetischen Zusammenbruch, als Künstler und Privatpersonen begannen, Werke und Gegenstände in den Parks des Stadtzentrums von Jerewan zu verkaufen, um mit der Wirtschaftskrise umzugehen. Im Laufe der Zeit formalisierte sich der Markt: Er erhielt städtische Genehmigungen und eine stabilere Struktur. Der Name stammt aus dem Französischen vernissage — Ausstellungseröffnung —, ein Begriff, der im Armenischen übernommen wurde, um diesen Raum für Kunst und Handwerk zu bezeichnen. Heute teilen Erben dieser Überlebenstradition den Platz mit Handwerkern, die den Markt als gewöhnliche Schaufläche wählen.

Gesamtansicht des Vernissage-Markts mit lokalen Verkäufern in Jerewan
Das Vernissage ist seit den Jahren des sowjetischen Zusammenbruchs an diesem Ort tätig.

Was zu sehen & erleben

  • Antiquitätenabteilung Sowjetische Medaillen, Taschenuhren, Porzellangeschirr, Bücher auf Armenisch und Russisch sowie alte Familienfotos unbekannter Personen. Der unterhaltsamste Teil zum Stöbern, ohne kaufen zu müssen.
  • Granatschmuck Armenien war historisch ein Granatproduzent; Silberohrringe, -ringe und -ketten mit roten Granaten gehören zu den beliebtesten Souvenirs. Ein Vergleich der Steinqualität lohnt sich vor dem Kauf.
  • Geschnitzte Khachkars Miniatur-Steinkreuze, Repliken mittelalterlicher Originale. Handgeschnitzte Stücke sind den industriell gefertigten deutlich überlegen, was sich im Preis widerspiegelt.
  • Teppiche und Textilien Armenische und kaukasische Teppiche, oft aus zweiter Hand. Grundkenntnisse über Webarbeiten helfen, Qualitätsstücke von rein dekorativen zu unterscheiden.
  • Malerei und Druckgrafik Im nördlichen Bereich verkaufen mehrere Künstler Originalwerke: Aquarelle armenischer Landschaften, Drucke und kleine Ölgemälde zu vernünftigen Preisen für das Gebotene.

Anreise

Der Markt liegt im Zentrum von Jerewan, neben dem Republikanischen Park. Von fast jedem Punkt des Zentrums ist er in weniger als 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Die nächste Metrostation ist Republik (Linie 1). Geöffnet samstags und sonntags von ungefähr 9:00 bis 18:00–19:00 Uhr; einige Stände bleiben auch wochentags geöffnet, aber die eigentliche Konzentration findet am Wochenende statt.

Beste Reisezeit

Das Vernissage ist das ganze Jahr über geöffnet, aber der Besuch ist von Mai bis Oktober am angenehmsten, mit angenehmem Wetter zum Schlendern zwischen den Freiluftständen. Im Winter reduzieren viele Verkäufer ihre Präsenz und die Kälte verkürzt den Aufenthalt. Juli und August sind heiß, aber der Markt bleibt in vollem Betrieb. Sonntags gibt es mehr Verkäufer und mehr Betrieb als samstags.

Weitere Informationen

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