Klosterkomplex aus dem 9. Jahrhundert zwischen Buchen oberhalb von Akhaltsikhe, mit mittelalterlichen Fresken und Zufahrt über einen Forstweg abseits der Massen.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Die Straße zum Kloster Sapara verlässt das nördliche Viertel von Akhaltsikhe und wird zu einem Schotterweg, bevor sie ihr Ziel erreicht. Insgesamt sind es rund 12 km, die letzten 5 bis 6 ohne Asphalt, mit Schlaglöchern und engen Kurven durch den Buchenwald. Das hat eine unmittelbare Folge: Wenn Burg Rabati, wenige Minuten entfernt in derselben Stadt, Touristenbusse empfängt, kann hier oben nahezu vollständige Stille herrschen. Die Gruppe dunkler Steingebäude taucht am Ende des Weges wie in die Felsen eingeklemmt auf, mit einer fast verteidigungsartigen Logik.

Das Herzstück des Komplexes ist die Kirche des Heiligen Saba, im 13. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft der Familie Jakeli, der Feudalherren von Samtskhe, errichtet. Im Inneren befindet sich ein Zyklus mittelalterlicher Fresken in relativ gutem Zustand: Heiligenfiguren, Passionsszenen und Stifter in georgischer mittelalterlicher Hofkleidung. Das Licht ist sehr spärlich; eine kleine Taschenlampe hilft, die Details in den dunkleren Abschnitten des Kirchenschiffs zu erkennen. Bemerkenswert ist auch ein silbernes Kreuz mit Flachreliefs von bemerkenswerter handwerklicher Qualität.

Der Innenhof ist klein und von großen, schattenwerfenden Bäumen gesäumt. Eine aktive Mönchsgemeinschaft lebt im Komplex, daher empfiehlt sich diskretes Verhalten und Vermeiden von Lärm. Im Kloster gibt es weder Laden noch Café noch sonstige Einrichtungen; wer länger als eine Stunde bleiben möchte, sollte Wasser und Verpflegung mitbringen.

Geschichte

Das Kloster Sapara wurde im 9. Jahrhundert gegründet, obwohl die am besten erhaltenen Gebäude aus dem 13. Jahrhundert stammen. In den Jahrhunderten XII und XIII war es das spirituelle Zentrum der Familie Jakeli, der Feudalherren der Region Samtskhe-Javakheti, die die Kirche des Heiligen Saba und den darin bewahrten Freskenzyklus finanzierten – als zu den besterhaltenen der mittelalterlichen georgischen Kunst dieser Gegend geltend. Als das Osmanische Reich Akhaltsikhe im 16. Jahrhundert einnahm, verlor das Kloster seine politische Bedeutung, doch seine abgelegene Lage im Wald schützte es vor systematischer Zerstörung. Es funktionierte in den folgenden Jahrhunderten zeitweise weiter und wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts teilweise restauriert.

Was zu sehen & erleben

  • Kirche des Heiligen Saba Das Hauptgebäude aus dem 13. Jahrhundert mit dem mittelalterlichen Freskenzyklus im Kirchenschiff und in der Apsis. Das Innenlicht ist sehr gering; eine eigene Taschenlampe ermöglicht es, die Details der Heiligenfiguren und der Jakeli-Stifter zu erkennen.
  • Silbernes Kreuz mit Flachreliefs Ein mittelalterliches Goldschmiedestück im Inneren der Kirche des Heiligen Saba mit religiösen Motiven in für die Zeit ungewöhnlicher Detailgenauigkeit.
  • Kirche der Dormitio Das älteste Gebäude des Komplexes, aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, mit nüchternerer Architektur und ohne erhaltene Bildausstattung. Proportionen und dunkles Gestein verleihen ihm einen eigenen Charakter.
  • Wehrturm Ein an den Komplex angebautes Bauwerk, das im Angriffsfall als Zuflucht diente. Von oben bietet sich ein Blick über den Buchenwald, der das Kloster umgibt.
  • Chachkare und Grabstelen Mehrere Steinkreuze mit Inschriften in Mchedruli —dem mittelalterlichen georgischen Alphabet— verteilt über den Komplex. Einige haben gut erhaltene Flachreliefs.
  • Buchenwald auf dem Zufahrtsweg Der Weg von Akhaltsikhe führt durch einen dichten Wald, der im Herbst in Gelb- und Ockertönen leuchtet. Die natürliche Umgebung ist Teil des Reizes dieses Ortes.

Fotogalerie

Außenansicht der Kirche des Heiligen Saba im Kloster SaparaInnenraum der Kirche des Heiligen Saba, Kloster SaparaGewölbe, Apsis und Ikonostase von St. Saba in SaparaMittelalterliche Fresken am westlichen Ende des Kirchenschiffs, Kloster SaparaSilbernes Kreuz mit Flachreliefs in der Kirche des Heiligen Saba, Kloster Sapara

Anreise

Das Kloster Sapara liegt etwa 12 km nördlich von Akhaltsikhe; die letzten 5–6 km sind unbefestigter Weg. Bei Regen oder im Winter empfiehlt sich ein Fahrzeug mit ausreichender Bodenfreiheit. Von Akhaltsikhe aus kann man ein Taxi verhandeln, das fährt und wartet, oder einen Geländewagen mieten. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine. Akhaltsikhe liegt etwa 230 km von Tbilisi entfernt und ist täglich per Marschrutka vom Bahnhof Ortachala erreichbar.

Beste Reisezeit

Von Mai bis Oktober ist der Schotterweg befahrbar und der Buchenwald zeigt sich von seiner schönsten Seite. Der Herbst —September und Oktober— bietet die leuchtendsten Farben auf dem Aufstiegsweg. Der Sommer ist auf dieser Höhe gemäßigt, zwischen 20 und 25 °C. Im Winter verschließen Schnee und Schlamm den Zugang häufig; vor der Abfahrt in der Regenzeit oder nach Schneefällen empfiehlt es sich, in Akhaltsikhe nach dem Zustand des Weges zu fragen.

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