Armenisches Kloster aus dem 7. Jahrhundert auf der Shirak-Ebene, nahe Gjumri, mit einer der ältesten Kirchen Armeniens.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Harichavank liegt im Dorf Harich, etwa 10 Kilometer nordöstlich von Gjumri, inmitten der Shirak-Ebene. Die Landschaft ist offen und windig: Weizenfelder und baumlose Weiden bis zum Horizont, mit den Kaukasusbergen im Hintergrund an klaren Tagen. Es ist ein völliger Kontrast zu den Waldklöstern im Norden Armeniens.

Das Gelände ist kompakt, aber seine Mauern offenbaren Jahrhunderte Geschichte. Die Hauptkirche aus dem 7. Jahrhundert ist das älteste Gebäude, aus dunklem Basalt mit unregelmäßigem Mauerwerk errichtet; die verschiedenen Restaurierungsphasen sind mit bloßem Auge erkennbar. Im 13. Jahrhundert fügten die Sakarier eine zweite Kirche und das sie verbindende Gavit hinzu, mit geometrischer Verzierung an den Bögen.

Das Kloster ist aktiv: Es gibt dort wohnende Mönche, und die brennenden Kerzen im Innern verleihen dem Ort eine stille Atmosphäre. Es gehört nicht zu den üblichen Touristenpfaden, daher herrscht fast immer Stille. Vom Außenbereich des Geländes aus erstreckt sich die Shirak-Ebene in alle Richtungen, an klaren Tagen ist Gjumri in der Ferne sichtbar.

Geschichte

Harichavank wurde im 7. Jahrhundert gegründet, in den frühen Jahrhunderten des armenischen Christentums, und seine ursprüngliche Kirche ist eines der besterhaltenen Beispiele frühchristlicher Architektur in der Region Shirak. Im 13. Jahrhundert erweiterte Fürst Vache Vachutian aus der Familie der Sakarier den Komplex um eine zweite Kirche, die dem Heiligen Gregor dem Erleuchter geweiht ist, und ein portikiertes Gavit. Das Kloster unterhielt während des gesamten Mittelalters eine aktive Mönchsgemeinschaft und dient ununterbrochen bis zur Gegenwart als Kultstätte.

Was zu sehen & erleben

  • Alte Kirche (7. Jahrhundert) Das älteste Gebäude des Komplexes, mit Mauern aus dunklem Basalt in unregelmäßigem Verband. Das Innere ist karg: Licht fällt durch schmale Fenster, nackter Stein, keine üppige Ornamentik. Es lohnt sich, die Steinmetzzeichen auf den Blöcken zu betrachten.
  • Kirche des Heiligen Gregor (13. Jahrhundert) Der sakarische Anbau, aufwendiger als die alte Kirche. Er hat Chatschkars — armenische Steinkreuze — an den Außenfassaden und Reste von Fresken im Inneren.
  • Mittelalterliches Gavit Eine überdachte Vorhalle aus dem 13. Jahrhundert mit Steinsäulen und geometrischer Verzierung an den Bögen. Sie verbindet die beiden Kirchen und ist der aufwendigste Raum des Komplexes.
  • Ausblicke über die Shirak-Ebene Vom Außenbereich des Geländes aus erstrecken sich Felder in alle Richtungen. Die Weite und die Stille unterscheiden Harichavank von den Klöstern im Norden Armeniens.

Fotogalerie

Außenansicht des Klosters Harichavank auf der Shirak-Ebene, ArmenienMittelalterliche Kirche Harichavank mit Chatschkars an der Fassade, Armenien

Anreise

Harichavank liegt 10 km nordöstlich von Gjumri. Vom Stadtzentrum Gjumris fahren lokale Taxis zum Dorf Harich; die Fahrt dauert etwa 15 Minuten. Mit dem eigenen Auto nimmt man die Straße in Richtung Artik. Der Besuch lässt sich gut mit Gjumri am selben Tag verbinden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas Planung erforderlich.

Beste Reisezeit

Die Shirak-Ebene hat kalte Winter mit Schnee — im Januar kann es auf −15 °C fallen — und trockene, sonnige Sommer. Der Frühling, wenn der Weizen grün ist, und der Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten. Im Sommer ist die Sonne intensiv und auf der offenen Ebene gibt es wenig Schatten. Das Kloster Harichavank ist ganzjährig ohne feste Schließzeiten zugänglich.

Weitere Informationen

Foto: Soghomon Matevosyan · CC BY-SA 4.0