Gebirgssee in Aserbaidschan, der durch ein mittelalterliches Erdbeben entstand, auf 1.556 m zwischen kaukasischen Tannen, 40 Min. von Ganja.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Der Goygol-See versteckt sich in den Bergen des Kleinen Kaukasus, innerhalb des Goygol-Nationalparks, etwa zwanzig Kilometer südlich der Stadt Ganja. Das Wasser hat jene blaugrüne Farbe, die sich je nach Tageszeit verändert: Am späten Vormittag, wenn die Sonne direkt auf die Oberfläche scheint, intensiviert sich der Ton bis er fast türkis erscheint; nachmittags, bei bewölktem Himmel, wird er dunkler und ruhiger. Die Ufer sind von kaukasischer Tanne und Waldkiefer gesäumt, die bis ans Wasser reichen und kaum Strand lassen.

Der Zugang wird von der Parkverwaltung geregelt. Vom Parkplatz aus führt ein etwa zwei Kilometer langer Pfad durch den Wald zum Nordufer, wo die Spiegelungen des Baumbestands auf dem Wasser am deutlichsten sind. Im Sommer kommen Familien aus Ganja und Picknickgruppen in die Lichtungen: Die Atmosphäre ist lokal, mit kaum internationalem Tourismus, was seinen Reiz und seine praktischen Auswirkungen hat. An Juli- und August-Wochenenden füllt sich der Park; unter der Woche ist es eine andere Geschichte.

Im Goygol-Nationalpark gibt es kein Restaurant und keinen Laden: Man muss mit Wasser und Essen eintreten. Die Temperatur am See im Hochsommer liegt bei 20–22°C, etwa zehn Grad weniger als in Ganja. Die Eintrittsgenehmigung wird im Parkbüro in der Stadt oder in einigen Fällen direkt am Eingang besorgt; es lohnt sich, die aktuellen Anforderungen vor der Abfahrt zu prüfen.

Geschichte

Der Goygol-See entstand im 12. Jahrhundert infolge eines Erdbebens, das große Felsblöcke vom Hang des Berges Kyanizadag ablöste und den Lauf des Flusses Agstafachay staute. Das Ergebnis ist eine Wasserfläche von etwa 0,8 km² mit einer durchschnittlichen Tiefe von acht Metern. Der Name Göygöl bedeutet wörtlich blauer See auf Aserbaidschanisch. Während der Zarenzeit wurde das Gebiet als Sommerresidenz von Ganja-Bewohnern und Regionsbeamten frequentiert, eine Tradition, die in der Sowjetzeit fortgesetzt wurde. Der Nationalpark, der den See und den umliegenden Wald schützt, wurde 2008 formell eingerichtet.

Was zu sehen & erleben

  • Nordufer des Goygol-Sees Der meistbesuchte Abschnitt, der die besten Spiegelungen des Waldes auf dem Wasser bietet. Der Pfad vom Parkplatz verläuft fast einen Kilometer an diesem Ufer entlang.
  • Kaukasischer Tannenwald Der Baumbestand um den Goygol-See umfasst große Exemplare der kaukasischen Tanne und der Waldkiefer. An heißen Sommertagen ist der Harzgeruch beim Betreten des Waldes sofort und anhaltend.
  • Nebenseen und Feuchtgebiete In der Umgebung des Hauptsees gibt es mehrere kleinere Teiche und Feuchtgebiete, die über unmarkierte Pfade zugänglich sind. Sie sind ruhiger und ermöglichen es, dem Wochenendtrubel zu entkommen.
  • Aussichtspunkte über die Gipfel des Kleinen Kaukasus Von den höchsten Punkten des Parks sieht man an klaren Tagen Gipfel mit Restschnee bis weit in den Juni hinein.
  • Goygol-Nationalpark Der Park beherbergt auch Bergwildtiere — Wildschweine, Hirsche, gelegentlich Bären — obwohl Sichtungen frühe Aufbrüche und das Verlassen der Hauptwege erfordern.

Fotogalerie

Anreise

Der Goygol-See liegt 20 km südlich von Ganja. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr zum Park; die einzige praktische Möglichkeit ist die Buchung eines Taxis oder Privatwagens in Ganja, eine etwa 40-minütige Fahrt auf einer Bergstraße. Am Eingang des Goygol-Nationalparks muss die Besuchsgenehmigung vorgelegt werden, die im Parkbüro in Ganja oder manchmal direkt am Eingang erhältlich ist. Von Baku aus erreicht man Ganja mit dem Nachtzug oder per Marschrutka.

Beste Reisezeit

Mai und Juni bieten den grünsten Wald, frische Temperaturen am See (15–20°C) und weniger Menschen. Juli und August sind die belebtesten Monate, besonders an Wochenenden. Der Herbst — September und Oktober — bringt Farben in den Buchen zwischen den Tannen und tieferes Licht. Im Winter schneidet der Schnee den Zugang auf den letzten Kilometern der Straße ab, und der Goygol-See kann im Januar teilweise zufrieren.