Festung Gonio-Apsaros
გონიოს ციხე
Römisches Kastell aus dem 1. Jahrhundert am Schwarzen Meer, einer der besterhaltenen römischen Militärposten im Kaukasus.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Die Festung Gonio-Apsaros liegt etwa 15 Kilometer südlich von Batumi, direkt an der Küstenstraße zur türkischen Grenze, im kleinen Dorf Gonio. Das Erste, was ins Auge fällt, ist die Dimension: ein Rechteck aus römischen Stein-und-Ziegel-Mauern, das in manchen Abschnitten noch mehrere Meter hoch erhalten ist, umgeben von Palmen und mit den Kaukasus-Bergen im Hintergrund. Der Verkehr passiert die Mauern in wenigen Metern Abstand.
Innerhalb des Geländes vereint das Archäologische Museum Gonio Funde aus aufeinanderfolgenden Ausgrabungen: römische und byzantinische Münzen, Keramikfragmente, Werkzeuge, architektonische Überreste. Die Präsentation ist bescheiden — Tafeln hauptsächlich auf Georgisch, einfache Vitrinen — aber die Objekte sprechen für sich. In mehreren Bereichen des Innengeländes sind aktive Ausgrabungszonen mit sichtbaren Schichten verschiedener historischer Epochen zu sehen.
Der Kontrast zur Umgebung ist real und es lohnt sich, ihn vorab zu kennen: Wenige Schritte von der Festung Gonio entfernt liegt ein öffentlicher Strand mit Strandbars und bunten Sonnenschirmen, der im Sommer besonders gut besucht ist. Es handelt sich nicht um eine isolierte oder feierliche Ausgrabungsstätte; es ist eine römische Fundstätte, die neben dem Küstenleben Adjaras existiert. Wer Batumi besucht, kann den Ausflug leicht mit einem Strandtag in der Gegend verbinden.
Geschichte
Der römische Name des Ortes lautete Apsaros, ein im 1. Jahrhundert n. Chr. von Rom errichteter Militärposten zur Kontrolle des östlichen Endes des Pontus Euxinus und zur Überwachung der Kaukasus-Route nach Persien. Der Historiker Arrian hinterließ in seinem Periplus des Euxeinos Pontos (2. Jahrhundert) Zeugnis über die Besatzung und den Zustand des Kastells. Nach dem Niedergang Roms gelangte die Festung nacheinander in byzantinische, sassanidisch-persische und arabische Hände. Eine lokale Überlieferung verortet hier die Überreste des Apostels Matthias, obwohl die Ausgrabungen dafür keine Bestätigung erbracht haben.
Was zu sehen & erleben
- Römische Mauern und Türme Der Außenring bewahrt Abschnitte der originalen Stein-und-Ziegel-Mauer, die von der Straße aus zu sehen sind. Die quadratischen Ecktürme der Festung Gonio-Apsaros stehen noch, obwohl einige bei jüngsten Restaurierungen teilweise gesichert wurden.
- Archäologisches Museum Gonio Kleine Sammlung mit römischen und byzantinischen Münzen, Keramik, Werkzeugen und architektonischen Fragmenten aus der Fundstätte. Ausreichend, um die Besiedlungsgeschichte des Ortes zu verstehen.
- Laufende Ausgrabungen Mehrere Bereiche des Innengeländes weisen aktive archäologische Arbeitszonen mit beschrifteten Schichten verschiedener Epochen auf. Es ist eine der wenigen Stätten in Georgien, an denen Ausgrabungen live beobachtet werden können.
- Küstenumgebung Adjaras Die Festung Gonio liegt buchstäblich am Ufer des Schwarzen Meeres. Die Landschaft aus Palmen, Bergen und Wasser ist dieselbe wie an der übrigen Adjara-Küste; von der Mauer aus sieht man den Meereshorizont.
- Strand von Gonio Wenige Meter vom Gelände entfernt ermöglicht der öffentliche Strand Gonio, den Archäologiebesuch mit einem Bad zu verbinden. In der Hochsaison ist er belebt; außerhalb der Saison nahezu menschenleer.
Fotogalerie
Anreise
Gonio liegt 15 km südlich von Batumi an der Küstenstraße M27. Von Batumi fahren regelmäßig Marshrutkas Richtung türkische Grenze; man steigt im Dorf Gonio aus — die Festung ist von der Haltestelle aus sichtbar. Mit dem Taxi von Batumi kostet die Fahrt weniger als 10 GEL (unter 4 USD). Das Gelände ist täglich geöffnet; der Eintritt ist günstig.
Beste Reisezeit
Die Adjara-Küste hat ein subtropisches Klima: warme, feuchte Sommer (28–32°C) mit häufigen Regenfällen, milde aber regenreiche Winter. Die beste Reisezeit für die Festung Gonio-Apsaros ist Mai–Juni und September–Oktober: mäßige Hitze und weniger überfüllte Strände. Juli und August sind die Hochmonate für Badeurlaub. Im Winter regnet es häufig, doch die Fundstätte bleibt problemlos zugänglich.