Mittelalterliche Ruinen aus schwarzem Basalt über der Schlucht des <strong>Flusses Hrazdan</strong>, 35 km von <strong>Jerewan</strong> entfernt, ohne Kasse oder organisierten Tourismus.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Die Festung Bjni taucht in vielen Reiseführern nicht auf, was man beim Ankommen sofort merkt: keine Kasse, keine Beschilderung, kein offizieller Parkplatz. Im Dorf Bjni muss man fragen oder den Schotterwegen folgen, die zwischen Gärten und Feldern aufsteigen, bis das Gelände steil wird. Der letzte Pfad klettert einen Kalksteinhang hinauf, mit der Schlucht des Flusses Hrazdan unten, und die Festung erscheint auf einem Vorsprung, der das Tal eindrucksvoll beherrscht. Der Zugang ist frei und kostenlos.

Was übrig geblieben ist, sind Mauern aus schwarzem Basaltstein in unterschiedlichem Erhaltungszustand: Einige Abschnitte sind fast intakt, andere sind verschwunden oder gehen im Gelände auf. Der Boden innerhalb des Geländes ist im Frühling von hohem Gras bedeckt, im Sommer trocken und staubig. Es gibt keine Erläuterungstafeln, daher lohnt es sich, vor dem Aufstieg etwas über die Festung Bjni zu lesen, um zu verstehen, was man sieht.

Das Hauptmerkmal ist die Kombination aus Landschaft und Ruine: die Hrazdan-Schlucht im Hintergrund, die Anbauflächen unten und nahezu vollständige Stille. An klaren Tagen sind im Norden die verschneiten Gipfel des Kaukasus zu sehen. Es ist kein Ziel für diejenigen, die gut organisierte Stätten bevorzugen, aber für alle, die Ruinen ohne Tourismus genießen, hat die Festung Bjni ihren eigenen Wert, weniger als eine Stunde von Jerewan.

Geschichte

Die Festung Bjni stammt aus der armenischen Mittelalterzeit, als die Familie Pahlavuni die Region Kotayk kontrollierte. Sie war in den Jahrhunderten X und XI ein bedeutender Verteidigungspunkt und diente als Sitz lokaler Herren vor den Seldschukischen Invasionen. Ihre Lage über der Schlucht des Flusses Hrazdan verschaffte ihr einen natürlichen Vorteil: Die senkrechten Abgründe schützten einen Großteil des Umfangs ohne den Bedarf an Mauern. Später wechselte sie mehrfach den Besitzer und verfiel allmählich. Sie wurde nie einer systematischen Restaurierung unterzogen, was sowohl ihren aktuellen Zustand als auch die Authentizität des Besuchs erklärt.

Was zu sehen & erleben

  • Nordtürme und -mauern Der am besten erhaltene Abschnitt der Festung Bjni, mit dunklen Basalt-Quadersteinen und einigen vom Zugangsweg aus erkennbaren Zinnen. Der schwarze Stein kontrastiert mit dem blauen Himmel an klaren Tagen.
  • Hauptvorsprung Der höchste Punkt des Geländes bietet direkte Aussichten auf die Hrazdan-Schlucht und die Weinberge des Tals; im Frühling wachsen grünes Gras und Mohnblumen zwischen den Steinen.
  • Ruinierte Kapelle Innerhalb des Geländes befinden sich die Überreste einer kleinen mittelalterlichen Kapelle, deren Apsis noch erkennbar ist, obwohl sie weder Dach noch Abdeckung hat.
  • Abstiegspfad zum Fluss Ein steiler Weg führt zum Grund der Hrazdan-Schlucht hinab; er erfordert festes Schuhwerk und ist nicht für jeden geeignet.
  • Kloster Geghard Etwa 20 km entfernt lässt sich das Kloster Geghard — UNESCO-Welterbe — gut am selben Ausflugstag von Jerewan kombinieren.

Fotogalerie

Schwarze Basaltmauern der Festung Bjni über der Hrazdan-Schlucht, ArmenienMittelalterliche Türme der Festung Bjni mit dem Kotayk-Tal im HintergrundPanoramablick von der Festung Bjni auf die Schlucht des Flusses Hrazdan

Anreise

Die Festung Bjni liegt etwa 35 km nördlich von Jerewan auf der Straße M4 in Richtung Sewansee. Es gibt keinen direkten öffentlichen Nahverkehr; am praktischsten ist es, ein Auto zu mieten oder ein Taxi von Jerewan zu nehmen (etwa 25-30 Dollar für Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit). Es lässt sich gut auf derselben Route mit dem Kloster Geghard oder dem Sewansee kombinieren, beide in derselben allgemeinen Richtung. Vom Dorf bis zur Festung dauert der Fußweg auf einem unmarkierten Pfad 30 bis 45 Minuten.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit ist von April bis Juni, wenn die Landschaft grün ist und die Temperaturen in der Hrazdan-Schlucht angenehm sind, zwischen 15 und 22 Grad. In Juli und August macht die trockene Hitze den Aufstieg beschwerlicher und der Boden ist ausgedörrt. September und Oktober sind ebenfalls gut: weniger Hitze und Herbstlicht auf den schwarzen Steinen der Festung Bjni. Im Winter kann Schnee liegen und der Pfad wird rutschig; ein Besuch zwischen Dezember und Februar wird ohne geeignete Ausrüstung nicht empfohlen.

Weitere Informationen

Foto: Beko · CC BY-SA 3.0