Einer der ältesten christlichen Tempel im Kaukasus, in einem ruhigen Dorf 5 km von Sheki entfernt, mit archäologischem Museum vor Ort.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Der Weg von Sheki nach Kish führt durch ein mit Walnuss- und Buchenbäumen gesäumtes Tal. Die Albanische Kirche von Kish taucht nach einer Kurve auf: ein grauer Steinbau ohne äußeren Schmuck, umgeben von grünen Wiesen, mit den Gipfeln des Großen Kaukasus am Horizont. Von außen wirkt sie klein; innen noch mehr, aber die Kompaktheit des Raumes und das Gewicht der Mauern verleihen ihr eine Präsenz, die größere Tempel nicht immer haben. Die Stille drinnen ist bemerkenswert, nur unterbrochen vom Wind, der durch die Seitenfenster eindringt.

Die Kirche wurde in den 2000er Jahren mit Unterstützung der norwegischen Regierung restauriert, und die Arbeit wurde sorgfältig ausgeführt: Die originalen Fragmente wurden erhalten und ein kleines Kish-Museum in einem angrenzenden Raum eingerichtet, das Funde aus der Ausgrabung zeigt: Menschenknochen, Öllampen, Münzen und Keramikfragmente. Der Museumseintritt kostet rund 2 Manat (etwas mehr als 1 €). Der örtliche Führer erklärt den historischen Kontext gut, ohne sich zu lange aufzuhalten.

Das Dorf Kish selbst ist ruhig, mit Holzhäusern und Gemüsegärten. Es gibt keine Restaurants oder Geschäfte; der Besuch wird fast immer mit dem Khan-Palast und der Altstadt von Sheki kombiniert, wo es Essensmöglichkeiten gibt. Die Fahrt von Sheki sind etwa 5 km auf einer engen, aber asphaltierten Straße; ein Taxi hin und zurück mit Wartezeit kostet in der Regel 8–12 Manat.

Geschichte

Die Kirche von Kish gilt als einer der ältesten christlichen Tempel im Kaukasus, zugeschrieben der Missionstätigkeit des Apostels Elisaeus, eines Jüngers von Thaddäus, im 1. Jahrhundert n. Chr. Sie gehörte zum Königreich Kaukasisches Albanien, einem vorislämischen christlichen Staat, der jahrhundertelang über dieses Land herrschte, bevor er durch arabische und persische Eroberungen abgelöst wurde. Archäologische Ausgrabungen unter dem Boden des Kirchenschiffs legten Schichten kontinuierlicher Besiedlung vom 1. Jahrhundert bis ins Mittelalter frei, mit Bestattungen, Ritualobjekten und überlagerten Baustrukturen, die mehr als tausend Jahre ununterbrochener religiöser Nutzung am selben Ort dokumentieren.

Was zu sehen & erleben

  • Hauptschiff Das unverputzte Steininnere hat eine besondere Akustik: Stimmen klingen klar nach. Licht fällt durch kleine Seitenfenster und erzeugt ausgeprägte Kontraste an den mittelalterlichen Kapitellen und Bögen.
  • Kish-Museum In einem angrenzenden Raum untergebracht, zeigt es Funde aus den Ausgrabungen: Gefäße, Öllampen, Münzen und Inschriftenfragmente. Klein, aber gut erklärt. Eintritt: ca. 2 Manat.
  • Ausgegrabener Untergrund Ein Abschnitt des Kirchenbodens ist mit Glas abgedeckt und erlaubt einen Blick auf die verschiedenen Schichten aus Bestattungen und Bauphasen. Das vermittelt eine sehr anschauliche Vorstellung von der buchstäblich unterirdischen Geschichte.
  • Umgebung des Dorfes Kish Die Wiesen rund um die Kirche und der Weg zwischen Walnussbäumen haben ihren eigenen Rhythmus. Im Herbst färben sich die Blätter gelb und orange, und das Nachmittagslicht auf dem grauen Stein der Kirche ist besonders gut zum Fotografieren.
  • Kombinierte Route mit Sheki Die meisten Reisenden verbinden Kish mit dem Khan-Palast von Sheki und dem Überdachten Basar von Sheki an einem Tag — eine gute Möglichkeit, die Anreise zu nutzen.

Fotogalerie

Anreise

Kish liegt etwa 5 km nördlich von Sheki. Am häufigsten fährt man mit einem Taxi vom Zentrum Shekis für 5–8 Manat einfache Fahrt; mit Wartezeit und Rückfahrt rund 12–15 Manat. Man kann auch zu Fuß oder per Fahrrad auf der asphaltierten Straße fahren. Von Baku aus ist Sheki in 5–6 Stunden per Bus vom Busbahnhof Baku oder mit dem Nachtzug erreichbar. Kish wird fast immer als Halbtagsausflug besucht.

Beste Reisezeit

Die Gegend um ShekiKish hat ein gemäßigtes Bergklima. Der Frühling, von April bis Juni, bringt häufige Regenfälle, aber üppige Vegetation und Temperaturen von 15–22 °C. Im Sommer liegen die Temperaturen bei angenehmen 26–30 °C. Der Herbst ist vielleicht die beste Zeit: klare Himmel, Waldfarben und Temperaturen von 10–20 °C. Im Winter kann es schneien; die Straße nach Kish bleibt außer in Ausnahmefällen befahrbar.

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