Martvili-Schlucht
მარტვილის კანიონი
Kalksteinschlucht mit türkisblauem Wasser in Samegrelo: Wanderung und Bootsfahrt durch die engsten Wände des Abasha-Flusses.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Die Martvili-Schlucht liegt in der Region Samegrelo im Westen Georgiens, über Jahrtausende vom Abasha-Fluss in dunkelgrauen Kalkstein gegraben. Der Kontrast zwischen Fels und Wasser — ein fast unwirkliches Türkis durch gelöste Mineralien in der Schwebe — ist das Erste, was beim Blick über den Rand auffällt. Das Licht, das durch den Spalt der Schlucht fällt, ändert seinen Winkel je nach Tageszeit, was auch den Farbton des Wassers beeinflusst: mittags grüner, frühmorgens blauer.
Der Besuch gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste ist ein oberer Wanderweg mit Metallgeländern entlang des Randes der Schlucht mit direktem Blick auf das Wasser und mehrere seitliche Wasserfälle, die von den Wänden in den Abasha-Fluss fallen. Der zweite Abschnitt — der die meisten Wartezeiten erzeugt — ist die Ruderbootfahrt durch den engsten Abschnitt: der Führer rudert schweigend, die Wände bleiben wenige Zentimeter entfernt und das Echo des Wassers ändert sich je nach Tiefe. Sie dauert etwa 20–30 Minuten und wird separat bezahlt (ca. 10 Lari pro Person, rund 3–4 EUR).
Der Eintritt in den Martvili Naturpark kostet etwa 7 Lari. Das Gelände ist in der Regel von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, mit saisonalen Abweichungen. An Juli- und August-Wochenenden können die Warteschlangen für das Boot über eine Stunde dauern; vor 10:00 Uhr anzukommen macht den Unterschied. Der Parkplatz füllt sich im August schnell. Im Park gibt es keine Restaurants, aber am Eingang gibt es meist Stände mit Wasser und Snacks.
Geschichte
Die Martvili-Schlucht hat keine monumentale Geschichte für sich, aber der Kontext des Ortes ist reicher als er erscheint. Der Kalkstein, der die Schluchtwände bildet, wird seit Jahrtausenden durch den Abasha-Fluss erodiert; in einigen Abschnitten ist die Gesteinsschichtung mit bloßem Auge sichtbar, und vom Wasser geformte Hohlräume wachsen noch. Der Naturpark, der das Gebiet schützt, wurde in den 1940er Jahren eingerichtet. Wenige Kilometer entfernt stammt die Martvili-Kathedrale aus dem 7. Jahrhundert und war eines der religiösen Zentren des alten Königreichs Egrisi, der Region, die die Griechen Kolchis nannten. Die mittelalterlichen Mauern der Kathedrale bewahren Restaurierungen aus verschiedenen Epochen.
Was zu sehen & erleben
- Bootsfahrt Der engste Abschnitt der Martvili-Schlucht wird per Ruderboot erkundet: Die Kalksteinwände kommen auf wenige Zentimeter heran und das türkisblaue Wasser des Abasha-Flusses spiegelt das Licht von oben. Dauer 20–30 Minuten; separat vom Eintrittspreis zu zahlen.
- Oberer Wanderweg Der Fußweg verläuft entlang des Randes der Schlucht mit Metallgeländern und mehreren Aussichtspunkten. Von hier sieht man die seitlichen Wasserfälle und den Kontrast zwischen grauem Kalkstein und blaugrünem Wasser.
- Seitliche Wasserfälle Mehrere Wasserfälle münden auf dem Weg direkt in den Abasha-Fluss. Die volumenstärksten sind im Frühling und frühen Sommer zu sehen; in einem trockenen August reduzieren sich einige auf ein Rinnsal.
- Farbe des Abasha-Wassers Das Türkis des Abasha-Flusses in den tieferen Abschnitten variiert mit dem Licht und der Trübung. Frühmorgens, wenn weniger Besucher da sind und das Licht schräg einfällt, ist die Farbe am intensivsten.
- Martvili-Kathedrale Wenige Kilometer von der Schlucht entfernt bewahrt diese Kathedrale aus dem 7. Jahrhundert mittelalterliche Wandmalereien und einen ruhigen Innenhof. Sie lässt sich gut mit einem Besuch des Martvili Naturparks kombinieren und erfordert kaum zusätzliche Zeit.
Fotogalerie
Anreise
Die Martvili-Schlucht liegt etwa 55 km östlich von Zugdidi und rund 320 km von Tbilisi. Von Zugdidi gibt es Marschrutkas und Taxis nach Martvili (40–50 Minuten). Von Tbilisi aus kann man den Zug nach Zugdidi nehmen (ca. 5 Stunden) und weiter mit dem Taxi fahren. Mit dem Auto von Kutaisi sind es etwa 2 Stunden. Viele Reisende kombinieren sie mit dem Kolkheti-Nationalpark oder fügen Mestia in eine Westgeorgien-Tour ein.
Beste Reisezeit
Der Frühling (April–Juni) ist die beste Zeit: Die seitlichen Wasserfälle der Martvili-Schlucht führen mehr Wasser und es sind weniger Menschen da. Der Herbst (September–Oktober) eignet sich ebenfalls gut: angenehme Temperaturen, der Abasha-Fluss auf gutem Pegelstand und kurze Bootswartezeiten. Im Sommer (Juli–August) ist Hochsaison mit langen Wochenendwartezeiten; vor 10:00 Uhr anzukommen hilft. Im Winter kann der Bootsgang eingeschränkt sein.