Georgischer Kurort inmitten von Kiefernwäldern, bekannt für sein Mineralwasser und als Tor zum Nationalpark Borjomi-Kharagauli.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Borjomi riecht anders, sobald der Bus die letzte Kurve vor dem Tal hinunterfährt: Kiefernharz vermischt mit einem mineralischen Hauch, der vom Fluss Borjomula aufsteigt. Die Stadt ist klein und langgestreckt, zwischen bewaldeten Hängen eingeklemmt, mit einer Hauptstraße, auf der sich Hotels, Khinkali-Restaurants und Stände aneinanderreihen, wo Mineralwasser in Flaschen oder direkt aus den Parkhähnen verkauft wird. Die Gebäude mit Holzgalerien an der Baratashvili-Straße verleihen dem Zentrum eine Anmutung, die an alte mitteleuropäische Kurorte erinnert, jedoch ohne deren Künstlichkeit.

Der Zentralpark — auch Thermalpark genannt — ist das Herzstück des Besuchs: ein Garten aus dem späten 19. Jahrhundert mit schmiedeeisernen Pavillons, einer Eingangslaube, einem Quelltempel und Bänken, auf denen Einheimische und Besucher direkt aus dem Hahn trinken. Der Geschmack ist mineralisch, leicht sprudelnd und mit einer metallischen Note, die nicht jeden überzeugt; es lohnt sich, ihn zu probieren, bevor man Kartons zum Mitnehmen kauft. Im Park gibt es auch ein Prometheus-Denkmal und bewaldete Bereiche, wo die Atmosphäre merklich kühler ist als im Zentrum.

Die Waldumgebung macht Borjomi zu einem Reiseziel, das mehr als einen Tag verdient: Die Wanderwege, die vom Park aus starten, ermöglichen es, dem Stadtlärm in weniger als zwanzig Minuten zu Fuß zu entkommen. Die Stadt hat menschliche Proportionen, die Preise sind im Vergleich zu Tbilisi günstig, und die Lage eignet sich gut als Basis für die Erkundung des Nationalparks Borjomi-Kharagauli oder einen Besuch der Rabati-Burg in Akhaltsikhe.

Geschichte

Die Wässer von Borjomi waren in der Region seit dem Mittelalter bekannt, aber die moderne Stadt entstand mit der Ankunft der Romanows im 19. Jahrhundert: Fürst Michail Woronzow ließ in den 1840er Jahren die ersten Kuranlagen bauen, und die kaiserliche Familie machte den Ort bald zu ihrem Sommerresort. Das Wasser wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Flaschen abgefüllt, und die Marke überstand die Sowjetzeit, ohne zu verschwinden. Heute ist die grüne Flasche Borjomi die bekannteste Mineralwassermarke Georgiens und wird in Dutzende von Ländern exportiert; für viele Georgier ist das Trinken davon fast ein Akt der Identität.

Was zu sehen & erleben

  • Thermalpark und Mineralquellen Das historische Herzstück der Stadt, mit der Eingangslaube, dem Quelltempel und Hähnen, an denen man das Wasser direkt probieren kann. Die beiden Quellen haben unterschiedliche Mineralkonzentrationen; der Eintritt in den Park ist frei.
  • Seilbahn zum Aussichtspunkt Fährt vom Thermalpark zu einem Aussichtspunkt über dem Tal des Flusses Borjomula. Von oben starten Waldwanderwege durch Kiefern und Tannen; an der Bergstation gibt es einen kleinen Vergnügungspark.
  • Park Mtsvane Kontskhi Waldgebiet nördlich der Stadt mit markierten Wanderwegen von zwei bis drei Stunden durch Nadelbäume. Ein guter Ausgangspunkt, um das Zentrum ohne Transportmittel zu verlassen.
  • Romanow-Palast von Likani Kaiserliche Sommervilla etwa 5 km vom Zentrum entfernt, am Ufer des Flusses Mtkvari. Das Gebäude wird restauriert und der Zugang zum Inneren ist begrenzt, aber der baumbestandene Park drumherum ist ruhig und angenehm zum Spazieren.
  • Besucherzentrum des Nationalparks Borjomi-Kharagauli Etwa 3 km vom Zentrum von Borjomi; hier holt man Routenkarten und bucht Führer für ein- oder mehrtägige Touren in einem der größten Nationalparks des Kaukasus.
  • Schönheitsbrücke und Spaziergang entlang des Flusses Borjomula Die Schönheitsbrücke und die nahegelegene Drehbrücke über dem Borjomula bieten schöne Aussichten auf das Crowne Plaza Hotel und die bewaldete Schlucht, die die Stadt einrahmt.

Fotogalerie

Eingangslaube und Quelltempel im Thermalpark BorjomiMineralquellentempel im Thermalpark BorjomiSchönheitsbrücke über den Fluss Borjomula in BorjomiGebäude mit traditionellen Holzgalerien in der Baratashvili-Straße, Borjomi

Anreise

Borjomi liegt etwa 160 km von Tbilisi entfernt. Der Zug vom Hauptbahnhof Tbilisi dauert etwa drei Stunden (ab 5 GEL); es gibt mehrere tägliche Verbindungen. Die Marshrutkas vom Bahnhof Didube sind schneller (etwa 150 Minuten) und fahren tagsüber häufiger. Von Borjomi gibt es direkte Marshrutka-Verbindungen nach Akhaltsikhe (45 Minuten), dem Zugangspunkt zum Kloster-Festung Rabati. Der nächste Flughafen ist der Internationale Flughafen Tbilisi.

Beste Reisezeit

Der Sommer (Juni–August) ist Hochsaison: Die Parks füllen sich, Hotels sollten im Voraus gebucht werden und die Preise steigen. Frühling und Herbst sind ruhiger und der Nationalpark Borjomi-Kharagauli zeigt sich von seiner schönsten Seite: intensiv grün im Mai, gelb und rötlich im Oktober. Der Winter in Borjomi ist kalt, aber nicht extrem; die Stadt schließt nicht, der Thermalpark bleibt geöffnet und das Mineralwasser ist immer da, obwohl einige Restaurants ihre Öffnungszeiten reduzieren.

Weitere Informationen

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