Astara
Astara
Küstenstadt im Süden Aserbaidschans an der Grenze zum Iran, mit Tee, frischem Fisch und den hyrkänischen Wäldern der Umgebung.
Lage im Kaukasus
Beschreibung
Astara liegt an der südlichsten Spitze Aserbaidschans, genau an der Grenze zum Iran: der Grenzübergang befindet sich innerhalb der Stadt, und die Trennlinie zwischen den beiden Ländern verläuft durch den Fluss Astara-Chai. Die Stadt ist klein und hat ein anderes Lebenstempo als die nördlichen Städte — langsamer, heißer im Sommer, mit einer Grenzstadt-Atmosphäre, die aserbaidschanische und persische Einflüsse vermischt.
Die Region ist das wichtigste Teeanbaugebiet Aserbaidschans. Teeplantagen erstrecken sich bis an den Stadtrand, und die lokalen Märkte verkaufen Trockenblätter und verpackten Tee aus der Region. Kaspischer Fisch — vor allem Karpfen und geräucherter Aal — steht in allen Restaurants des Zentrums auf der Karte. Der Morgenmarkt am Fluss hat eine lokale Qualität, die eine Stunde Erkundung wert ist.
Astara ist kein touristisches Ziel mit Infrastruktur für ausländische Besucher, hat aber eine Authentizität des südlichen Aserbaidschans, die einen Kontrast zu den nördlichen Städten bildet. Es lässt sich gut mit einem Besuch des Nationalparks Hirkan, wenige Kilometer entfernt, kombinieren.
Geschichte
Astara war jahrhundertelang ein Durchgangspunkt auf der Handelsroute zwischen Persien und dem Kaukasus. Die Lage an der Kaspischen Küste und am Kreuzungspunkt von Land- und Seeverbindungen verlieh ihm eine strategische Bedeutung, die durch die russische Herrschaft im 19. Jahrhundert und die Sowjetzeit hindurch anhielt. Die Talysch-Kultur — eine iranische Minderheit, die eine persische Sprache spricht und seit Jahrtausenden in dieser Region lebt — ist in Astara und den umliegenden Dörfern aktiv präsent. Tee wurde in der Region während der Sowjetzeit als Ersatzkultur angebaut und wurde zur produktiven Identität der Zone.
Was zu sehen & erleben
- Morgenmarkt von Astara Der Markt am Fluss Astara-Chai mit frischen Produkten, lokalem Tee, kaspischem Fisch und alltäglichen Gegenständen. Am lebhaftesten zwischen 7 und 10 Uhr morgens.
- Teeplantagen Die Hügel östlich der Stadt haben aktive Plantagen; in der Erntezeit (Mai–Oktober) kann man die Handpflücke beobachten. Einige Betriebe empfangen Besucher.
- Grenzzone zum Iran Die Brücke über den Astara-Chai trennt Aserbaidschan vom Iran; der Blick auf beide Seiten vom Ufer aus hat einen einzigartigen Charakter, der nirgendwo sonst im Land zu finden ist.
- Kaspische Strände Die Küste bei Astara hat Kiesel- und Feinsandstrände, die im Sommer von lokalen Aserbaidschanern besucht werden. Weniger touristisch als die Strände weiter nördlich.
Fotogalerie
Anreise
Astara liegt etwa 260 km südlich von Baku auf der Autobahn M3, die der Kaspischen Küste folgt. Regelmäßige Busse fahren von Baku (4–5 Stunden). Mit dem Auto dauert die Fahrt etwa 3 Stunden. Der nächste Flughafen ist Baku. Von Astara aus ist der Nationalpark Hirkan etwa 20 km entfernt.
Beste Reisezeit
Frühling (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind die besten Jahreszeiten: mäßige Wärme und gute Vegetation. Sommer ist heiß und feucht — Astara ist eine der feuchtesten Städte Aserbaidschans. Winter ist milder als im Norden des Landes.