Armenische Stadt 20 km von Jerewan, bekannt für mittelalterliche Kirchen, Steinbrücken über den Kasagh und das traditionelle Gebäck Gata.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Ashtarak liegt nur 20 Kilometer nordwestlich von Jerewan, im Tal des Flusses Kasagh, und ist eine der kleinen Städte mit dem stärksten Charakter rund um die armenische Hauptstadt. Das historische Zentrum hat mehrere mittelalterliche Kirchen in wenigen Minuten Fußweg, eine im 17. Jahrhundert erbaute Steinbrücke die noch in Betrieb ist, und Straßen mit grauen Tuffhäusern, die das menschliche Maß einer langsam gewachsenen Stadt bewahren.

Die Stadt ist auch landesweit bekannt für ihre traditionellen Süßspeisen: die Ashtarak-Tolma, eine lokale Variante der gefüllten Weinblätter, und Gata — ein süßes Blättergebäck mit Walnuss- oder Zuckerfüllung — das in den Bäckereien des Zentrums verkauft wird. Der Samstagmorgenmarkt nahe der Brücke bringt Händler mit Gemüse, Käse und Honig aus der Region Aragatsotn zusammen.

Der Besuch kann so lang oder kurz sein wie gewünscht: ein Zwei-Stunden-Halt an den Kirchen und der Brücke oder ein ganzer Tag kombiniert mit Kirchen in der Umgebung. Es ist kein Hauptreiseziel, hat aber eine alltägliche Authentizität — Morgenkaffee, offene Kirchen, Markt — die einen Ausflug aus Jerewan rechtfertigt.

Geschichte

Ashtarak hat seit dem Mittelalter dokumentierte Geschichte, als es ein administratives und religiöses Zentrum der Region Aragatsotn war. Die mittelalterlichen Kirchen im Zentrum — Surb Mariane, Surb Sarkis und Karmravor — wurden zwischen dem 5. und 13. Jahrhundert gebaut. Die Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert über den Kasagh ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele armenischer mittelalterlicher Zivilbaukunst, das noch täglich in Betrieb ist. Die Stadt wuchs in der Sowjetzeit erheblich als Industriestadt, aber das historische Zentrum hat seinen Charakter bewahrt.

Was zu sehen & erleben

  • Karmravor-Kirche (7. Jh.) Eine der ältesten intakten Kirchen Armeniens: ein kompaktes Bauwerk aus rosafarbenem Tuff mit charakteristischem Kegelhelm. Minimalistisches Inneres mit sanftem Licht.
  • Surb-Sarkis-Kirche (13. Jh.) Größer und aufwendiger als die Karmravor, mit einem gut erhaltenen Gavit aus dem 13. Jahrhundert und Khachkars an den Außenwänden.
  • Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert Eine Einbogenbrücke über den Kasagh, noch von Fußgängern genutzt. Von der Brücke aus sieht man die Schlucht und die Tuffhäuser an den Ufern.
  • Kasagh-Schlucht Der Fluss hat eine Schlucht mit roten und orangefarbenen Wänden durch die Stadt gegraben. Die ältesten Kirchen stehen an den Schluchtkanten, die Verteidigungsposition nutzend.
  • Samstagmorgenmarkt Lokale Händler aus Aragatsotn mit Gemüse, Käse, Honig und Regionalprodukten. Bester Kontaktpunkt mit dem Alltagsleben der Stadt.

Fotogalerie

Anreise

Ashtarak liegt 20 km von Jerewan auf der M1 in Richtung Gyumri. Von Jerewan (Bahnhof Kilikia) fahren häufige Marschrutki nach Ashtarak, Fahrzeit 30–40 Minuten. Per Taxi von Jerewan kostet die Fahrt etwa 3.000–4.000 Dram. Mit dem eigenen Auto ist es ein einfacher Morgenausflug.

Beste Reisezeit

Ashtarak ist ganzjährig besuchbar. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten. Im September und Oktober sind die Obstgärten der Region Aragatsotn in voller Produktion — Äpfel, Birnen und Trauben kommen auf den Markt. Winter ist kalt, aber die Stadt funktioniert normal; die Kirchen sind beheizt.

Weitere Informationen

Foto: Preacher lad · CC BY-SA 4.0