Festungs-Kirchen-Komplex aus dem 17. Jahrhundert am Ufer des Jinvali-Stausees, an der Georgischen Heerstraße, eine Stunde von Tiflis.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Der Komplex Ananuri liegt am Ufer des Jinvali-Stausees, neben der Georgischen Heerstraße, etwa 70 Kilometer nördlich von Tiflis. Es gibt einen Parkplatz direkt an der Straße, und der Blick auf die grauen Steintürme über dem blauen Wasser erschließt sich sofort, noch bevor man ein Ticket kauft. Es ist einer der meistfotografierten Orte in Georgien — und das zu Recht: Die Komposition aus mittelalterlichen Mauern mit dem künstlichen See als Hintergrund ist schlicht beeindruckend.

Das Gelände umfasst zwei verbundene Mauergehege. Im Inneren steht die Mariä-Entschlafungs-Kirche aus dem 17. Jahrhundert, mit teilweise erhaltenen Fresken an den Wänden und einer Kuppel, die Deckenmalereien in gutem Zustand bewahrt. Daneben lässt sich der höchste Wachturm des Komplexes über eine steile, enge Innentreppe erklimmen — der Blick auf den See und die Berge des nördlichen Großen Kaukasus von oben gehört zu den schönsten Panoramen dieser Route.

Der Besuch dauert 45 Minuten bis eineinhalb Stunden je nach Interesse. Das Gelände ist täglich geöffnet; der Eintritt ist frei oder reduziert. Vor dem Eingang gibt es Souvenir- und Snackverkäufer. Kombinieren Sie den Halt mit einem Besuch von Gudauri oder Kazbegi, wenn Sie nordwärts unterwegs sind.

Geschichte

Ananuri war die Residenz der Herzöge von Aragvi, einer georgischen Adelsfamilie, die im 16. und 17. Jahrhundert diese strategische Zone kontrollierte. Die Festung diente als Kontrollpunkt über die Route, die den Kaukasus in Richtung Russland überquert. 1739 wurden die Aragvi in einem internen Streit mit einer anderen Adelsfamilie besiegt; der Komplex wurde niedergebrannt und nie vollständig als Machtsitz wiederaufgebaut. Der Jinvali-Stausee, der heute den Hintergrund der Anlage bildet, wurde in den 1980er Jahren während der Sowjetzeit geschaffen, um Tiflis mit Trinkwasser zu versorgen.

Was zu sehen & erleben

  • Mariä-Entschlafungs-Kirche (17. Jh.) Die Hauptkirche des Komplexes, mit Fresken an den Innenwänden und bemalter Kuppel. Sie ist als Gotteshaus in Betrieb; am Sonntag können Gottesdienste stattfinden.
  • Wachturm Das höchste Bauwerk des Komplexes; über eine schmale Innentreppe bis zur Spitze ersteigbar, mit Blick auf den Stausee und die Bergkette.
  • Mauern und zweites Gehege Die zwei Mauergehege sind durch ein inneres Tor verbunden. Das zweite Gehege ist weniger restauriert und wirkt authentischer als Ruine.
  • Jinvali-Stausee Der sowjetische Stausee wird zur visuellen Kulisse des gesamten Komplexes. An klaren Tagen ist die Spiegelung der Türme im Wasser besonders fotogen.

Fotogalerie

Anreise

Ananuri liegt an der Georgischen Heerstraße (A301), etwa 70 km nördlich von Tiflis. Marschrutki Richtung Gudauri und Kazbegi halten am Komplex. Per Taxi von Tiflis dauert die Fahrt weniger als eine Stunde. Mit dem eigenen Auto folgt man der A301 nordwärts; die Abfahrt zum Parkplatz ist gut ausgeschildert.

Beste Reisezeit

Ananuri ist ganzjährig zugänglich. Im Sommer kann es zwischen 11 und 15 Uhr sehr voll sein, wenn Reisebusse ankommen. Früh morgens oder am späten Nachmittag ist es ruhiger und das Licht für Fotos besser. Im Herbst bekommen See und Berge eine andere Farbqualität; im Winter kann Schnee auf den Strukturen liegen und eine besondere Atmosphäre schaffen.

Weitere Informationen

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