Schutzgebiete Tuschetiens
თუშეთის დაცული ტერიტორიები
Über 80.000 Hektar Gebirge und Steindörfer im Nordosten Georgiens, nur im Sommer zugänglich.
Beschreibung
Die Schutzgebiete Tuschetiens bilden ein System miteinander verbundener Naturräume, das mehr als 80.000 Hektar im äußersten Nordosten Georgiens umfasst, an der Grenze zu Russland. Das Kerngebiet ist der Nationalpark Tuschetien, aber das Territorium schließt auch das Strenge Naturreservat Tuschetien und das Schutzgebiet Pshav-Khevsureti ein, das ähnliche Merkmale aufweist, obwohl es in einem anderen Einzugsgebiet liegt.
Was diese Gebiete auszeichnet, ist nicht allein die Natur —Almwiesen über 3.000 Meter, Birken- und Kiefernwälder, Schmelzwasserflüsse, deren Rauschen im Hintergrund jedes Wanderwegs zu hören ist— sondern die Verbindung mit den Steindörfern, die die Tuschetier seit Jahrhunderten bewohnt haben. Im Sommer treiben Hirten ihre Herden von tushetian sheep, der für die Region typischen dickwolligen Schafrasse, auf die Hochalmen, und Dörfer wie Omalo oder Dartlo erwachen zum Leben: Es riecht nach Holzrauch, nassem Gras und feuchter Wolle. Im Winter liegt alles unter Schnee, und die Dörfer bleiben monatelang leer.
Die Wegmarkierungen sind spärlich und physische Karten sind selbst in Tiflis schwer zu finden. Wer ohne Führer in diese Gebiete vordringt, sollte Kompass, GPS und Vorräte für mehrere Tage mitführen. Braunbären sind im Herbst in den tieferen Lagen des Nationalparks häufig anzutreffen, besonders in der Nähe der Buchenwälder an den unteren Hängen.
Geschichte
Tuschetien war seit vorhistorischer Zeit Durchgangsland und Zufluchtsort. Die Tuschetier, von ungewisser Herkunft, aber mit den Stämmen des östlichen Kaukasus verbunden, bauten ihre Dörfer an schwer zugänglichen Stellen, um den Überfällen der Völker aus dem Norden zu widerstehen. Die Wehrtürme, die Omalo und Dartlo prägen, sind direktes Zeugnis dieser Strategie. Das Naturgebiet wurde in der Sowjetzeit zum Reservat erklärt und nach der Unabhängigkeit Georgiens 1991 im Jahr 2003 zum Nationalpark umstrukturiert. Die Spannung zwischen Naturschutz und traditioneller Weidewirtschaft bleibt ein offener Diskussionspunkt bei der Verwaltung des Gebiets.
Was zu sehen & erleben
- Nationalpark Tuschetien Das Kerngebiet der Schutzzone, mit Gipfeln über 4.000 m und Hochgebirgswiesen, auf denen die Herden von tushuri, der einheimischen dickwolligen Schafrasse, grasen. Im Morgengrauen ist das schräge Licht über den Wiesen mit den verschneiten Kämmen im Hintergrund schwer zu vergessen.
- Atsunta-Pass Auf 3.431 m Höhe verbindet er Tuschetien mit Khevsureti über eine 3–4-tägige Trekkingroute durch einige der abgelegensten Landschaften des Kaukasus. Der Abstieg nach Shatili ist technisch anspruchsvoll.
- Wildtierkorridor Der Park beherbergt Braunbär, Wolf, Kaukasus-Tur und Rothirsch. Huftierbeobachtungen sind in den Hochlagen bei Tagesanbruch relativ häufig, besonders rund um Naho und die benachbarten Täler.
- Dorf Dartlo Eines der besterhaltenen Dörfer im Park, mit dunklen Steinhäusern und Türmen, die aus dem Boden zu wachsen scheinen. In Juli und August wohnen dort Familien, aber auch in der Hauptsaison ist es ein ruhiger Ort.
- Laubwälder Die unteren Hänge des Parks tragen Buchen-, Eichen- und Birkenwälder, die sich im September und Oktober gelb und ockerfarbig färben und den Anfahrtsweg von Alvani zu einem visuell ganz anderen Erlebnis als im Sommer machen.
- Strenges Naturreservat Tuschetien Eine Zone mit stärker eingeschränktem Zugang im Norden des Parks, mit fast keiner touristischen Infrastruktur. Für den Zutritt ist eine Sondergenehmigung des georgischen Umweltministeriums erforderlich.
Fotogalerie
Anreise
Der Hauptzugang ist die Sandpiste, die von Alvani (Region Kakheti) nach Omalo führt, etwa 70 km Gebirgspiste, für die ein 4x4 erforderlich ist; sie ist normalerweise von Juni bis Oktober geöffnet. Von Tiflis aus bucht man üblicherweise ein Fahrzeug mit Fahrer oder schließt sich einer organisierten Tour an. Es gibt keinen regulären öffentlichen Nahverkehr nach Omalo. Im Sommer verkehrt gelegentlich ein Charterflug Tiflis-Omalo, jedoch mit wechselnder Häufigkeit und Zeiten: Verfügbarkeit vor der Planung unbedingt prüfen.
Beste Reisezeit
Das einzige praktikable Zeitfenster ist Mitte Juni bis Anfang Oktober, wenn die Zufahrtsstraße von Alvani offen ist. Juli und August sind die verkehrsreichsten Monate mit der besten Wetterstabilität, wenngleich die Nachmittage häufig kurze Gewitter bringen. Juni und September sind ruhiger: weniger Besucher, und die Landschaft wechselt vom satten Grün zu den Goldtönen des Herbstes. Außerhalb dieses Zeitrahmens ist der Zugang ohne Spezialausrüstung für Bergexpeditionisten praktisch unmöglich.