Alte Stadt in Nachitschewan am Fluss Aras, mit Lehmziegelvierteln, Granatapfelgärten und Grenze zum Iran.

Lage im Kaukasus

Beschreibung

Ordubad liegt im äußersten Südosten von Nachitschewan, direkt am Fluss Aras, der die Grenze zum Iran markiert. Bei der Ankunft fällt zunächst nicht ein Denkmal auf, sondern die Stille: weit weniger Verkehr als in Nachitschewan-Stadt, und der Geruch feuchter Erde, der aus den Obstgärten rund um die Altstadt aufsteigt. Die ältesten Häuser sind aus Lehmziegeln gebaut, mit Innenhöfen, in denen Granatapfelbäume und Walnussbäume wachsen; die Gassen sind eng und für Besucher kaum beschildert.

Das historische Viertel bewahrt ein traditionelles Stadtgefüge, das in aserbaidschanischen Städten ähnlicher Größe kaum zu finden ist. Die Gebäude sind nicht monumental — keines reicht an die großen Ensembles von Baku oder Sheki heran —, aber die Häufung einstöckiger Häuser mit geschnitzten Holztoren und schmiedeeisernen Gittern verleiht Spaziergängen hier einen eigenen Charakter. Die Juma-Moschee und die Überreste mehrerer mittelalterlicher Karawansereien nahe dem alten Basar runden das historische Bild ohne größere Restaurierungen ab.

Die touristische Infrastruktur ist gering: ein oder zwei kleine Hotels, kein Restaurant mit Speisekarte außer auf azərbaycanca, und kaum jemand außerhalb von Beamten, der Russisch oder Englisch spricht. Das ist kein Problem, wenn man mit Zeit kommt und keine westlichen Annehmlichkeiten erwartet; es ist vielmehr das, was Ordubad von anderen Kaukasus-Zielen unterscheidet.

Geschichte

Ordubad zählt zu den ältesten Städten Nachitschewans, mit dokumentierter Besiedlung seit der Antike und einer wichtigen Rolle auf den mittelalterlichen Handelsrouten zwischen Persien und dem Kaukasus. Es gehörte zum Safawidischen Reich und fiel nach dem Vertrag von Turkmanchay von 1828 unter russische Kontrolle. In der Sowjetzeit war es Verwaltungssitz der Autonomen Region Nachitschewan. Die Stadt war historisch bekannt für ihre Kupferhandwerker und ihre Granatapfelgärten, eine Tradition, die in den Privathöfen der Altstadt noch heute lebt.

Was zu sehen & erleben

  • Historisches Viertel Das Netz enger Gassen nördlich des Zentralplatzes bewahrt Lehmziegelhäuser aus dem 19. Jahrhundert mit geschnitzten Holztoren und Höfen mit Obstbäumen. Es lässt sich in einer gemütlichen Stunde zu Fuß erkunden.
  • Juma-Moschee Ein Bau aus dem 18. Jahrhundert mit zwei Kuppeln und einem schlanken Minarett aus gebrannten Ziegeln. Das Innere ist schlicht und kann außerhalb der Gebetszeiten besucht werden; es gibt keine Kasse und keinen Eintritt.
  • Überreste mittelalterlicher Karawansereien Mehrere Ruinengebäude nahe dem alten Basar erinnern an die Rolle von Ordubad auf den persischen Handelsrouten. Sie sind unrestauriert und kaum ausgeschildert, was ihnen ein authentisches Flair gibt, aber etwas Orientierungssinn erfordert.
  • Ufer des Aras Ein Spaziergang am Fluss Aras entlang bietet ruhige Blicke hinüber zum Iran. Die Ufervegetation kontrastiert mit den kargen Hügeln im Hintergrund; dies ist der beste Aussichtspunkt, um die Grenzlage der Stadt zu verstehen.
  • Granatapfelgärten Im Herbst, zwischen September und Oktober, produzieren die Obstgärten rund um Ordubad nar (Granatäpfel), die an Straßenständen zu sehr günstigen Preisen verkauft werden. Es ist die beste Zeit, den lokalen Markt zu besuchen.

Fotogalerie

Anreise

Ordubad liegt etwa 90 km südöstlich von Nachitschewan-Stadt über die Straße M3, die dem Fluss Aras folgt. Von Nachitschewan fahren Marshrutkas, die die Strecke in etwa zwei Stunden für weniger als 3 aserbaidschanische Manat zurücklegen. Nachitschewan hat einen Flughafen mit Verbindungen von Baku und Istanbul. Eine direkte Einreise aus Armenien ist nicht möglich; man muss über die Türkei, den Iran oder per Flug von Baku einreisen.

Beste Reisezeit

Der Frühling — April und Mai — ist die angenehmste Reisezeit: Temperaturen von 18–24 °C und die Obstgärten in voller Blüte. Der Sommer ist trocken und sehr heiß, mit Höchstwerten über 38 °C im Juli und August; die Wärme staut sich in den Lehmziegelgassen des historischen Viertels. September und Oktober eignen sich gut für einen Besuch: weniger Hitze, reife nar (Granatäpfel) an den Ständen und weicheres Licht auf den Lehmgebäuden. Der Winter ist kalt und trocken, mit gelegentlichem Frost.

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